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Die neuesten Berichte

Kreisjahrbuch mit Burgsteinfurter Geschichte(n)

Verfasst von R.Menebröcker, Samstag, 2. November 2019, 11:09 Uhr in Allgemein.

Mit sieben Artikeln ist Burgsteinfurt im Kreisjahrbuch 2020 gut vertreten.So berichtet Hermann Josef Pape über den Genre Maler Franz Wieschebrink, der von der Fürstin Wilhelmmine zu Bentheim und Steinfurt, gemeinsam mit den eigenen Kindern, im Malen unterrichtet wurde. Seine Werke befinden sich heute im Museum Breslau, im Ceviko Museo Revoltelle in Trient, im Milvaukee Art Museum und im Landesmuseum Münster.
Gleich mit zwei Aufsätzen ist Helma Freese, geborene Doßler, im Kreisjahrbuch vertreten. Einmal berichtet sie über den Sprengbombenangriff auf Burgsteinfurt am 17. März 1945, der sie im Keller der Burgsteinfurter Sparkasse verschüttete und über nachbarschaftliche Verbindungen auf dem Lande in diesem Fall in Schmedehausen.
Gottfried Bercks hat sich mit dem Mahnmal am Bagnoeingang beschäftigt, das für die Kriegstoten des zweiten Weltkrieges steht und gegenüber der Obeliskenanlage für den ersten Weltkrieg ein Schattendasein führt.
Monika Budde stellt die Camphill Werkstätten in Burgsteinfurt/Sellen vor, die aus gebrauchten Oberhemden Taschen nähen und zum Verkauf anbieten.
Raimar Bage lässt den Konzertsaal im Bagno als Leuchtturm der Region neu erstehen. Anlass war die Überreichung des Kulturpreises 2018 an den Bagno Kulturkreis.
Das Jahrbuch wird vom Heimatverein Burgsteinfurt am kommenden Dienstag, den 05. November, bei dem Bildervortrag von Günther Hilgemann ab 18,30 Uhr in der Niedermühle angeboten. Beginn des Vortrages, der in Kooperation mit dem Kultur-Forum angeboten wird, ist 19 Uhr.

Medizintechnik und Patientensicherheit

Verfasst von R.Menebröcker, Montag, 28. Oktober 2019, 16:18 Uhr in Allgemein.

Die Frauengruppe des Heimatvereins lädt am 4. November (Montag) um 15 Uhr in die Niedermühle ein. Zu Gast ist Dr. Uvo Hölscher, ehemaliger Professor der Fachhochschule und Beiratsmitglied des Heimatvereins. Er wird einen Vortrag halten zum Thema: Medizintechnik und Patientensicherheit. Die Organisatorinnen freuen sich auf einen informativen Nachmittag. Die Frauen werden gebeten, Kaffeegeschirr mitzubringen.

Ein Dach über dem Kopf des Herrgotts

Verfasst von R.Menebröcker, Montag, 28. Oktober 2019, 16:05 Uhr in Allgemein.

Vortrag in der Niedermühle

Gepflegte Kapellen wie diese auf dem Hof Schulze Althoff zwischen Schöppingen und Eggerode sind beliebte Ziele bei Radausflügen. Foto: Hilgemann

„Der Herrgott soll auch ein Dach über dem Kopf haben.“ Sprüche wie dieser sind im Münsterland ein Ausdruck des bodenständigen Volksglaubens. So findet man in den Kreisen Steinfurt, Borken und Coesfeld zahlreiche gepflegte Kapellen und Kapellchen, die baulich und kunstvoll den Glauben an die Macht des höheren Wesens widerspiegeln. Stellvertretend bilden Heilige und christliche Ereignisse die Grundlage für die Hoffnung auf Wohlergehen und Rettung vor Gefahren.

 Günther Hilgemann hat bei seinen regelmäßigen Radausflügen in die nähere Umgebung zahlreiche dieser herrlichen Kunstwerke aufgespürt. Jede dieser kleinen Glaubensstätten hat ihre eigene Geschichte. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Hingabe sich Nachbarschaften, Vereine und Gemeinden der Pflege und Erhaltung der Kapellen widmen und die oft schlichten Gebäude über Jahrhunderte erhalten haben. In zahlreichen Bildern lässt Hilgemann die Schönheit der kleinen Kulturstätten aufleuchten. Gleichzeitig soll dieser Vortrag auch Anregungen geben, die beliebten Fahrradausflüge in die nähere Umgebung mit attraktiven Zielen zu verbinden.

Der Vortrag findet am 5. November (Dienstag) um 19 Uhr in der Niedermühle in Kooperation mit dem Kultur-Forum-Steinfurt statt. Für Mitglieder des Heimatvereins ist sie kostenfrei. Alle anderen müssen die Kursgebühr der VHS von 6 € zahlen.

Radeltruppe beendet Saison

Verfasst von R.Menebröcker, Donnerstag, 24. Oktober 2019, 16:21 Uhr in Fahren & Wandern.

Die Radeltruppe des Heimatvereins beendet am Donnerstag (31.10.) die Radelsaison 2019. Um 15 Uhr treffen sich die Radler am Edeka -Markt Schramke an der Leerer Straße zu einer Tour von ca. 25 Kilometern. Wer nicht mitradeln möchte, kann sich um 17 Uhr bei Gisela und Wilhelm Dudek in Sellen einfinden. Um den Abend vorzubereiten, wird für Radler und Nichtradler um Anmeldung bis Mittwoch (30.10.) unter den Rufnummern 02551/80558 oder 01707614823 gebeten.

Tödliche Medizin der Nazis

Verfasst von R.Menebröcker, Mittwoch, 16. Oktober 2019, 11:17 Uhr in Allgemein.

Dr. Willi Feld (Mitte) mit seiner Frau im Gespräch mit Gottfried Bercks vom Heimatverein. Foto: Menebröcker

Mit einem der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte beschäftigte sich der Historiker Dr. Willi Feld gemeinsam mit seiner Frau am Dienstagabend (15.10.) in der voll besetzten Niedermühle. Sein Thema: „Tödliche Medizin – Opfer des NS-Gesundheitssystems in Burgsteinfurt und Borghorst“. 120 000 „lebensunwerte Menschen“ seien während der Nazi-Zeit ermordet worden, zwölf Opfer in Steinfurt nachgewiesen, die Zahl dürfte aber noch höher sein, so Dr. Feld. Hinzu kamen Zwangssterilisierungen, um der „Degeneration des deutschen Volkskörpers“ entgegenzuwirken. Der Druck sei zum Teil so immens gewesen, dass die betroffenen die Sterilisation selbst beantragt haben.  Es wurden so genannte Erbgesundheitsgerichte eingerichtet, für Steinfurt war ein Gericht in Münster zuständig.  Betroffen waren unter anderem Blinde, Taube Epileptiker, Schizophrene, Alkoholiker, Asoziale.

Während der Zeit des Nationalsozialismus sei die „Rassenpflege“ als Lebensfrage eines Volkes dargestellt worden. 1939 erschien in der örtlichen Burgsteinfurter Presse ein Artikel über den Rassegedanken, in dem die Notwendigkeit der „Bereinigung“ wie bei Ackerbau und Viehzucht dargestellt wurde, so Dr. Feld weiter.

Der Referent schilderte namentlich mehrere Einzelfälle aus den Steinfurter Ortsteilen, darunter auch Opfer, die sich selbst das Leben nahmen, „weil sie nicht damit fertig wurden, zu den ‚Lebensunwerten´ zu gehören“. Den Rassegesetzen gab der Historiker eine Mitschuld an diesen Selbstmorden.

Er ging weiter auf die Aktion T4 ein, eine Tarnorganisation, die für die Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen verantwortlich war. In Berlin, Tiergartenstraße 4, wurde dazu eine Zentralstelle eingerichtet.  Hitler hatte dafür keine staatliche Institution beauftragt, sondern seine private Kanzlei. Sie war zuständig für die Erfassung der potenziellen Opfer durch Meldebögen, die die Anstalten für ihre Patienten ausfüllen mussten, sowie für die Bestellung von ärztlichen Gutachtern. Diese  zentralstelle traf anhand von Kopien der Meldebögen die Entscheidung über das Schicksal der Kranken und Behinderten und wählten geeignete Tötungsanstalten aus.

Rund 30000 Krankenakten von Opfern der NS-Euthanasie sind im Bundesarchiv in Berlin gespeichert. Sie enthält unter anderem Namen, Geburtsdaten und Anstaltsorte zu den Opfern der Tötungsverbrechen. Ein Gutachten des früheren Vizepräsidenten des Berliner Verfassungsgerichtshofs, Ehrhardt Körting, aus dem Jahr 2014, kam zu dem Schluss, dass durch Wiedergabe von Namen, Geburts- und Sterbedaten der Opfer keine schutzwürdigen Belange der Angehörigen verletzt würden.

„Nach intensivem fachlichen Austausch und vor dem Hintergrund des breiten Einvernehmens darüber, dass im Zeitalter der Inklusion die Opfer der NS-Euthanasie nicht länger verschwiegen werden dürfen und ein liberalerer Umgang mit den archivischen Quellen zur NS-"Euthanasie" im Interesse der wissenschaftlichen und familiengeschichtlichen Forschung geboten ist, hat sich das Bundesarchiv zur Veröffentlichung der Erschließungsdaten entschlossen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesarchivs vom 30. August 2018.

Wie Dr. Feld in der Niedermühle berichtete habe auch er sich nach eingehender Überlegung dazu entschlossen, die Namen der Opfer aus Burgsteinfurt und Borghorst öffentlich zu nennen. Seinem Vortrag folgte zunächst betretenes Schweigen.