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Aktivitäten

Schnatsteine und Bentheim-Steinfurtische Familiengeschichte

Die Grenzsteine im Buchenberg waren Ziel des Schnatganges im Oktober.

Von Günther Hilgemann

Neuer Blickfang an der großen Allee. Ein kleiner Teich mit Bruchsteinmauern und zwei Brücken für die Golfer. Fotos: Hilgemann

Die „malerischen Täler und Höhen des Buchenberges“, „frische Milch und leckere Schinkenbrote“, „insgesamt eine beglückende Wanderung“ – Das sind markante Textstellen in einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1953. Damals vor 62 Jahren hatte der Heimatverein Burgsteinfurt damit begonnen, die Schnatgänge wieder aufleben zu lassen. Ihren historischen Ursprung hatten diese regelmäßigen Grenzbegehungen im Jahr 1788. Einige Jahre zuvor hatte eine aus Bevollmächtigten des Hochstiftes Münster und des Steinfurter Grafen bestehende Kommission die Grenze der unteren Grafschaft Steinfurt festgelegt, um weitere Grenzstreitigkeiten zu vermeiden. Gleichzeitig wurden neue Grenz- oder Schnatsteine gesetzt, die auf der einen Seite mit einem M (= Münster) und auf der anderen mit einem S (= Steinfurt) versehen sind, von Nr. 1 bis 102 durchnummeriert.

 

Versteckt im Buchenberg an einem Bachlauf der fast versunkene Schnatstein mit der Nummer 18.

Ganz so malerisch wie im August 1953 war das Wetter an diesem Sonntag im Oktober nicht. Bei leichtem Nieselregen hatten sich aber dennoch rund 20 Heimatfreunde auf die Socken gemacht, um den Buchenbergabschnitt der alten Grenze abzuschreiten. Unterwegs wies Jobst Hellmann auf die neu gestaltete grottenähnliche Teichanlage des Golfclubs an der Großen Allee hin, die sich gestalterisch gut in die Umgebung einfügt. Am Fürstenfriedhof wurden die Wanderer bereits von Prinz Oskar zu Bentheim erwartet. An der mehr als 100 Jahre alten malerisch gelegenen Ruhestätte der Familien Bentheim und Steinfurt berichtete der Prinz aus der Familiengeschichte der hier Bestatteten.

Durch dichtes Unterholz ging es, als die beiden letzten im Buchenberg stehenden Schnatsteine aufgespürt wurden, die diesen sehr verwinkelten Grenzabschnitt markieren. Halt gemacht wurde auch auf dem Gräftenhof Meinikmann mit dem 700 Jahre alten Speicher, wo zwei weitere Schnatsteine gesichert stehen.

Beim gemütlichen Kaffeetrinken in der Gaststätte Beckers Jan lud Annette Rehaag als Verantwortliche des Heimatvereins für den kommenden März zur nächsten Etappe ein.