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Schlossanlage im Miniaturformat im Stadtmuseum

Zum Nachflohmarkt am Samstag (10. Mai) zeigt das Stadtmuseum an der Hohen Schule einen besonderen Schatz: Ein Modell von der Burgsteinfurter Schloss-Anlage, dass rund 13 Jahre im Keller des Rathauses schlummerte. Das naturgetreue Abbild im Miniaturformat aus Holz, Pappmaschee, Pappe und Modelldekorationen hat Eckart Geiger aus Kassel geschaffen.

Von Rainer Menebröcker

Eckart Geiger aus Kassel schuf in rund 1400 Stunden die Schlossanlage im Miniaturformat. Foto: privat

Wie Geiger in einem Brief an die Denkmalpflegerin der Stadt, Gerlinde Sextro, mitteilt, wollte er sich im Rentenalter sinnvoll beschäftigen. Aus einem Schlossführer fiel ihm ein Grundriss ohne jegliche Maßangaben vom Burgsteinfurter Schloss in die Hände.  Die Idee, die Anlage en Miniature nachzubauen, war geboren. „Prinz Oskar war dann so liebenswürdig, mir Zutritt zum Schloss zu verschaffen, und so habe ich circa 200 Fotos gemacht“, schreibt der Kassler weiter. Dann hat er angefangen, den Oberhof maßstabs- und detailgetreu zu modellieren. Selbst die Dachziegel hat er nachgezählt und auf sein Modell aufgemalt.Während einer Touristik-Veranstaltung in Kassel gab er ein Bild seines Modells an Heinz Balster aus Burgsteinfurt. Am 26. März 2001 wurde das Bild in der Münsterschen Zeitung veröffentlicht. Dies animierte Geiger dazu, auch eine Miniatur des Wirtschaftshofes zu bauen. Insgesamt investierte er rund 1400 Arbeitsstunden.

„Dieses Modell war als Hommage an Burgsteinfurt gedacht“, berichtet Geiger, der seine Kindheit und Jugend im Forsthaus im Bagno verbracht hat, weiter. Er selbst ging auf das Gymnasium Arnoldinum, wo sei Vater Lehrer war.

„Nach Kontakten mit Frau Hildebrand-Stubbe und Herrn Balster vom Verkehrsverein habe ich mich bereiterklärt, das Modell der Stadt zu übergeben. Mir wurde zugesagt, das Modell der Öffentlichkeit im Alten Rathaus zugänglich zu machen, aber daraus ist wohl nichts geworden“, schreibt Geiger an Gerlinde Sextro weiter.

Das Schloss im Miniformat ist ab Samstag (10. Mai) im Stadtmuseum zu sehen. Foto: rm

Das soll sich nun ändern. Norbert Schröder hat das Modell sorgfältig vom Staub der Jahre befreit, sodass es zum Nachflohmarkt im neuen Glanz erstrahlen wird. Bis zum Denkmaltag im September wird es im Stadtmuseum zu sehen sein.

Hermann Lünnemann, Gerlinde Sextro, Elisabeth ten Berge und Norbert Schröder (v.l.) freuen sich auf die Ausstellung. Foto: rm

Ergänzt wird die Ausstellung im Stadtmuseum durch alle Abbildungen des Schlosses aus dem Museumsbestand von der ersten Darstellung von Jacob Van Ruisdael mit dem Titel „Landschaft mit Dorf (entstanden 1650); einem Stimmungsbild, das Burgsteinfurt vom Nordwesten her zeigt. Mehr als ein Dutzend Bilder und Kopien, darunter auch welche von der fürstlichen Familie und von Wim Mulders bis zu einem Bild, das Dr. Edgar Warnecke dem Museum 1990 geschenkt hat. Außerdem sind Grundrisse und Literatur zum Thema Schloss zu sehen.

Die Ausstellung ist am Samstag  (10. Mai) von 19 bis 23 Uhr geöffnet, dann können auch der Keller und die Schusterwerkstatt im Museum besichtigt werden. Außerdem werden Sammelteller mit dem Schlossmotiv zum Kauf angeboten.